Mobilität

Mobilität hat viele Seiten. Für einige ist es ausschließlich Spaß und Bewegung, Sport und Freizeit, für die Anderen ist es mehr der Zweck, von A nach B zu kommen. Ich kann von mir behaupten, dass ich alle Seiten gut kenne: Ich bin Motorrad gefahren, fahre gerne mit dem Cabrio, Sportwagen, Fahrrad bzw. E-Bike oder auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Alles zu seiner Zeit.

Individuelle Mobilität

Deshalb möchte ich von individueller Mobilität schreiben. Denn jeder hat seine eigene Vorstellung und seine eigenen Bedürfnisse an Fortbewegung – auch je nach Zeit und Lebensabschnitt. Auch die Strecken sind sehr individuell und generieren verschiedene Bedürfnisse: Stadtverkehr, Pendler über Land, Langstreckenpendler, etc.

Das ist auch ok so – schließlich sind wir genauso individuell wie menschlich 🙂

Sinnvolle Mobilität

Wenn wir über „sinnvolle“ Mobilität reden, geht es neben Spaß, Lebensgefühl und emotionalen Werten vor allem um Wirtschaftlichkeit und Umwelt bzw. Verbrauch von Ressourcen und Energie.

Viele schauen vermutlich auf den Geldbeutel und versuchen sich möglichst günstig fortzubewegen. Eine durchaus nachvollziehbare Motivation. Ein kleinerer Teil denkt dabei auch an die Umwelt und Verbrauch von Ressourcen – hier ist mehr Idealismus im Spiel.

Gewicht und Co

Wenn ich mir morgens die Autokolonnen auf den Straßen anschaue, die vollen Straßenbahnen, Busse und Züge betrachte, spielt der Pendelverkehr zur Arbeit eine durchaus große Rolle bei der Mobilität. Während in den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Regel sehr viele Menschen gleichzeitig befördert werden, sieht das bei den PKWs schon wieder anders aus: Die meisten Autos sind mit einzelnen Menschen besetzt.

Gerade bei PKWs ist das Gewicht, welches mit einer Person pro Fahrzeug bewegt werden muss unverhältnismäßig groß. Selbst mit einem Kleinwagen bewegt man immerhin ungefähr 1t (1000kg). Das geht bei großen SUVs bis über 2t (2000kg). Zum Vergleich: Bei einer vollbesetztem U-Bahn sind das nur knapp 200kg. (Quelle z.B. MVG).

Bei „sinnvoll“ wäre hier sicherlich ein Ansatzpunkt, die bewegte Masse weiter zu reduzieren.

Beispielsweise würde bei einem E-Bike/Fahrrad mit max. 30kg Gewicht einfach wesentlich weniger Masse bewegt werden müssen.

Und unabhängig von der verwendeten Technologie (Elektro, Benzin, Diesel, …) die Energie, die wir für unsere Fortbewegung aufwenden müssen, steigt mit der zu bewegenden Masse. Das müssen wir in irgendeiner Form bezahlen – nicht nur in Geld, sondern auch in Form von Ressourcen und Umwelt, die zur Herstellung von Energie aufgewendet werden müssen.

Infrastruktur

Ein weiteres Thema für Mobilität ist die Infrastruktur. Wir haben über viele Jahre hinweg ein gutes Netz für Mobilität per PKW und Schienenverkehr aufgebaut. Deshalb macht es das so attraktiv. Wer sich mit „neuer“ Mobilität beschäftigt, wird zwangsläufig an diesem Punkt verzweifeln.

Fahrräder/E-Bikes müssen sich die Wege meistens mit anderen Teilnehmern des Straßenverkehrs teilen. Dort sind sie die schwächsten Verkehrsteilnehmer und werden von den „Starken“ oft als Hindernis gesehen und behandelt. In den Niederlanden ist das in vielen Teilen des Landes schon weit fortgeschrittener.

Kleine Elektromobile, wie der Renault Twizzy, fühlt sich zwischen seinen großen Brüdern doch etwas bedrängt an.

Für Mobilität und die Wahl eines geeigneten Verkehrsmittels ist als die Infrastruktur durchaus ein entscheidender Faktor.